(No translation available.)
Einmal in der Woche, immer samstags, veröffentliche ich einen Teil meines gespeicherten MinenKolonie-Rollenspiels hier auf dem Blog. Wer nicht weiß, worum es geht, dem hilft vielleicht dieser Beitrag: MinenKolonie. Alle bereits erschienen Kapitel liste ich auf der Seite „Aldrics Geschichte“ auf. Ich wünsche viel Spaß bei Aldrics Abenteuern.
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Kapitel V – Sektenspinner
Zurück im Alten Lager versucht Aldric sich weiter durchzuschlagen, doch dann begegnet ihm endlich ein Vertreter des letzten der drei Lager: der Novize Otral von der Bruderschaft des Schläfers.
Sträfling Aldric erwacht ans seinen Zaunpfahl gelehnt... Er gähnt und blinzelt in die warme Abendsonne. Es tut gut wieder im Alten Lager zu sein. Er richtet sich ein Stück auf, was ihm sofort Schmerzen in den Schultern beschert... er ist völlig verspannt. Verärgert vor sich hin brummelnd erhebt er sich zur Gänze und schlendert mit hängenden Schultern richtung Lagerfeuer...
Langfinger Tara grinst breit. "Anerkennung. Das ist das Einzige, was ich dringend brauche." antwortet sie dem Schatten. "Erz beschaffe ich mir bei den Händlern. Immerhin hab ich ja noch die restlichen Trophäen."
Drahtzieher Kelo nickt matt "Kenn ich nur zu gut... hab hier auch meine Jahre verbracht um da zu sein wo ich jetzt bin... Naja, seit ich da bin..." meint er nur. Aber er hat auch nicht viel Zeit damit verbracht wirklich bekannt zu werden.
Langfinger Tara 's Zufriedenheit über den Erfolg zeigt sich in ihrer Mimik. "Dann werde ich mal sehen, ob ich einen Abnehmer für das Fleisch finde. Mir scheint es so, als ob es hier einige hungrige Mäuler gibt, die niemand zu stopfen bereit ist. Weshalb versorgt ihr eure Verwundeten nicht?"
Sträfling Aldric hört eine Buddlerin etwas von Fleisch und hungrigen Mäulern sagen und wird hellhörig. Wie zufällig nähert er sich Tara und schaut, was sie zu essen dabei hat...
Missionar Otral betritt, in Grün gehüllt, das Lager durch das Südtor. Die Gardisten machen ihm schon lange keine Schwierigkeiten mehr. Sofort schlägt er den Weg zum äußeren Lagerfeuer des Marktplatzes ein: "Erwachet", begrüßt Otral alle, "Möchte vielleicht jemand Kraut kaufen?", fragt er freundlich und lässt sich auf einer Bank nieder.
Sträfling Aldric wird abgelenkt, als ein merkwürdiger Neuankömmling das Lagerfeuer erreicht. Er geht einen zögerlichen Schritt auf den Sumpflageristen zu. "He... Du musst einer aus dem Sumpflager sein, oder?", fragt er vorsichtig.
Missionar Otral lächelt kurz und nickt dann: "Wir nennen es die Bruderschaft des Schläfers, aber ja genau von da komme ich. Otral mein Name, kann ich dir irgendwie helfen?", fragt er freundlich und ruhig, um den Mann nicht zu verschrecken.
Sträfling Aldric wird durch die freundlichen Worte des Mannes ermuntert noch einen Schritt näher zu treten. "Kannst du mir etwas von deinem Lager erzählen? Ich bin neu hier... Bisher weiß ich noch nicht viel, außer, dass ich nicht für die Erzbarone arbeiten soll und dass die Kerle im neuen Lager ziehmlich fies sind."
Missionar Otral nickt: "Setz dich doch zu mir, gerne erzähle ich dir was. Also im Sumpf sind wir eine große Gemeinschaft, wir haben unser Leben dem Schläfer gewidmet. Er ist ein Gott, ein schlafender Gott, für sein Erwachen arbeiten, beten und meditieren wir. Denn, wenn der Schläfer erwacht wird er unsere Bruderschaft aus unserem Gefängnis führen." Otral macht eine kurze Pause und holt erstmal Luft: "Wir sind also eine große Gemeinschaft, in der jeder für jeden da ist." , erzählt er wahrheitsgemäß.
Sträfling Aldric setzt sich, als er dazu aufgefordert wird und hört interessiert zu. Doch als Otral den Schläfer als Gott beschreibt, zieht er die Stirn kraus... "Es ist wirklich zum Heulen... Die Einen wollen einen ausnutzen, die Anderen behandeln einen wie Dreck und die Dritten sind zwar offenbar hilfsbereit, aber verrückt." Er zuckt zusammen, als ihm klar wird, was er gesagt hat und er erhebt sich schnell um aus Otrals Reichweite zu kommen, falls dieser ihn verprügeln will. "Es tut mir Leid, so war das nicht gemeint! Ich meine nur... wie kommt ihr auf so eine Idee? Wenn überhaupt kann uns doch nur Innos noch helfen. Und sind wir nicht alle hier, weil wir ihn durch unsere Verbrechen zornig gemacht haben?"
Dunkle Adeptin Violetta von den Dämonenbeschwörern kommt wohl ins Lager und setzt sich an das Lagerfeuer.
Gardist Mjölnir beobachtet weiterhin die Situation am Lagerfeuer. Dass sich eine junge Adeptin an selbigem niedergelassen hat, hat er mitbekommen und er sollte sie im Auge behalten... natürlich wegen der Sicherheit. Auch erkennt er, wie ein Neuer, gerade mit einem Novizen nicht weit entfernt spricht. Er kann zwar den Abwerbungsversuchen der Bruderschaft nichts abgewinnen, da aber die Gardisten und die Templer einen Pakt haben, hält er sich zurück etwas zu sagen. Natürlich wäre der Neue besser im Alten Lager aufgehoben, um mit seiner Arbeit in der Mine den Status des Lagers zu verbessern.
Missionar Otral schüttelt enttäuscht den Kopf, als er als "Verrückter" bezeichnet wird, aber das hatte er schon öfter gehört: "Wie ich auf so eine Idee komme? Nunja, der Schläfer spricht zu uns mit Hilfe von Visionen. Y'Berion war ein einfacher Buddler, als er eine Vision erhielt und das Sumpflager vor einigen Jahren gründete. Was macht also Innos mehr zu einem Gott als den Schläfer? Nur weil wir mit der Lehre der drei Götter aufwachsen, muss das noch lange nicht der Wahrheit entsprechen. " Otral schaut sich kurz in alle Richtungen um und dämpft seine Stimme: "Und was machen die Vertreter Innos' hier? Sitzen mit den Erzbaronen in einem Boot und beuten die Schwachen aus! Oder hast du schonmal gesehen, dass ein Feuermagier einen Buddler vor den Gardisten schützt oder ihn zum Essen einlädt? Ich sag dir was..die Magier leben wie Maden im Speck und das auf die Kosten der Schwächeren. Ich weiß wovon ich rede, denn ich war hier auch einmal Buddler.", flüsternd beendet er seine Ansprache.
Sträfling Aldric ist froh, dass ihn der merkwürdige Fremde offenbar nicht schlagen will. Ob er wohl die Wahrheit spricht? Aldric hatte noch nichts mit den Feuermagiern zu tun. Nur eine Wassermagierin hat ihn einmal ihr Bündel schleppen lassen. Aber der Kerl kann garnicht Recht haben! Innos ist der Gott der Gerechtigkeit und die Feuermagier seine Diener! Also müssen sie Diener der Gerechtigkeit sein! Das ergibt Sinn. Aldrics Mutter hatte es ihm so erklärt. Und sie musste es wissen. "Du kannst garnicht recht haben!", sagt Aldric laut, doch die Begründung ist ihm schon wieder entfallen... er ist verwirrt. Er hat sich noch nie Gedanken über die Götter machen müssen. Sie sind halt einfach... Es ist so wie seine Mutter... Aber... hier ist garnichts wie es sein sollte... Aldric lässt sich wieder zu Boden sinken. Er setzt sich dem Sumpflageristen im Schneidersitz gegenüber und blickt verwirrt auf einige Steinchen vor seinen Beinen. "Hattest du schon so eine >Vision<?", fragt er schließlich prüfend.
Missionar Otral muss kurz schmunzeln: "Man ich bin echt gefragt, die Frage habe ich gestern auch schonmal gehört.", denkt er sich und erhebt dann seine Stimme: "Ja, ich hatte schonmal eine Vision. Es war kurz nachdem ich das alte Lager verlassen hatte und mich bereits im Sumpf etwas eingelebt hatte. Ich wollte gerade zu Bett gehen, als plötzlich eine Stimme zu mir sprach und mir verwirrende Bilder schickte. Der Schläfer sagte, dass es die richtige Entscheidung war in das Lager der Bruderschaft zu gehen. Damals war ich noch ein abgemagerter Buddler hatte genug damit zu tun überhaupt über die Runden zu kommen. Und nun? Schau mich an!", Otral klopft sich demonstrativ auf die Brust: "Nur um meine Haare tut es mir leid", denkt er wehmütig.
Dunkle Adeptin Violetta hat die Worte des Glatzkopfes gehört und murmelt: "Ja, ja, feuchte Träume sind bei kleinen Jungs nicht selten."
Sträfling Aldric seufzt... Dieser Kerl muss doch eindeutig verrückt sein, wenn er glaubt Stimmen zu hören, die zu ihm sprechen... Aber abgesehen davon scheint er ganz nett zu sein... Ob Innos wohl zornig ist, wenn Aldric sich das Lager im Sumpf mal ansieht? Aldric seufzt nocheinmal... Eigentlich kann es schlimmer nicht werden... und vielleicht ist ja nur dieser Otral etwas bescheuert und die anderen sind ganz normal... Aldric fasst einen Entschluss: "Kannst... du mich ins Sumpflager bringen? Ich möchte mir das mal ansehen.", sagt er, noch immer etwas zögerlich.
Missionar Otral wiederum hat die Worte der Adeptin nicht gehört, er hatte nichtmal gesehen, dass solche Subjekte sich überhaupt hier aufhalten. Er widmet sich lieber wieder dem Mann in zerrissener Kleidung: "Klar, ist auch nicht weit nur kurz aus dem Südtor und dann sind wir schon fast da.", spielt Otral die Distanz herunter, um den Mann nicht zu verschrecken, "Sag mal, wie heißt du eigentlich?", fragt er dann noch, als er sich schon erhebt.
Sträfling Aldric erhebt sich ebenfalls und klopft sich den Staub von der zerrissenen Hose. "Mein Name ist Aldric.", sagt er. Als er seinen eigenen Namen ausspricht fährt ihm ein Stich in den Magen. Er hatte über all seinen Problemen in den letzten Tagen fast vergessen nach seinem Vater zu suchen. "Otral?", sagt er laut: "Ich suche meinen Vater! Er ist in den besten Jahren. Er wurde eine ganze Weile vor mir hier rein geworfen. Sein Name ist Rodic. Kennst du ihn?"
Missionar Otral wiederholt grübelnd "Rodic? Nein, ich glaube nicht. Weißt du welchem Lager er sich angeschlossen hat? Das würde die Suche schonmal erheblich eingrenzen." , überlegt er und winkt dann Aldric zu sich heran: "Also, Aldric? Wollen wir?"
Sträfling Aldric schüttelt resigniert den Kopf... "Nein, bisher habe ich noch keine Spur von ihm gefunden." Er zuckt mit den Schultern dann schließt er zu Otral auf. "Ja, von mir aus können wir aufbrechen." Er nickt und ist bereit Otral zu folgen.
Missionar Otral nickt ebenfalls noch kurz und überlegt weiter, ob er den Namen nicht doch schonmal irgendwo gehört hatte. Doch schließlich erreichen Otral und Aldric schon bald das Südtor des alten Lagers: "Wir machen nur einen kleinen Spaziergang", beruhigt Otral gekonnt die Wachen. Man sieht die beiden Männer noch die kleine Brücke am Fluss überqueren, dann verschwinden sie außer Sichtweite im südöstlichen Wald.
Dunkle Adeptin Violetta sieht lächelnd zu, wie die Glatzkopfbande einen Neuzugang verbuchen kann und das Schlammloch einen Neuen bekommt, der das trübe Wasser mit seinem Morgenurin anreichern wird.
Auch wenn mir natürlich schon klar war, dass Aldric sich der Bruderschaft anschließen soll, wollte ich es Otral nicht zu einfach machen. Aldric bekam von mir also eine gesunde Portion Skepsis verpasst.
Als die beiden beim Sumpflager ankommen treffen sie auf den Templer Zaon, was eigentlich nur deswegen besonders erwähnenswert ist, weil Zaon sich von mir ein Avatar hat zeichnen lassen.
Als die beiden beim Sumpflager ankommen treffen sie auf den Templer Zaon, was eigentlich nur deswegen besonders erwähnenswert ist, weil Zaon sich von mir ein Avatar hat zeichnen lassen.
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| Templer Zaon |
Missionar Otral kommt mit einem Mann den Hang zum Lager hinab. Die beiden unterhalten sich: "Also, dein Vater... Wann wurde er hier hinein geworfen? Weißt du das?", fragt Otral und geht dann weiter zum Tor: "Erwachet Brüder", begrüßt er die Torwachen und macht dann am Eingang halt.
Sträfling Aldric denkt angestrengt nach und bemerkt erst, dass sie ihr Ziel erreicht haben, als sie vor dem Tor stehen bleiben. "Ich weiß es nicht genau...", murmelt er... "Es ist schon mehr als ein Jahr her... Nachdem er weg war musste ich meine Mutter und meine kleine Schwester ernähren. Aber ich war dabei ähnlich erfolgreich wie mein Vater.", sagt er verbittert.
Missionar Otral überlegt: "Hm, zu der Zeit bin ich auch ungefähr in die Kolonie gekommen..." Dann widmet er sich jedoch wieder dem hier und jetzt: "Also? Wie findest du es? Hast du es dir so vorgestellt? Wir können einen kleinen Rundgang machen, dann kann ich dir alles zeigen", bietet er an.
Lagerwache Zaon dreht sich erneut um. Zwar hat er keine Wache mehr, aber er steht dennoch am Lagertor herum. Den Zettel hat er immernoch in der Hand. "Erwache, Bruder Otral!" ruft er dem Missionaren zu, und hofft, dass dieser den Vorfall erklären kann. Immerhin ist er ja dafür da.
Hoher Novize Nico spricht, immer noch leicht gereizt von den Fehlschlägen in der Meditation: "Ist ja schon gut. Was ist nun, begleitest DU mich , oder soll ich mir eine andere kampferprobte Lagerwache suchen, welche mir im Notfall in einem Kampf beistehen kann?" Dann bemerkt er den Zettel in Zaons Hand, dessen Inhalt die Lagererwache zu verärgern schien, deshalb fragt er nocheinmal, leicht neugierig: "Sag, was steht denn so schlimmes auf dem Zettel, dass du solch ein Gesicht ziehst?" Jetzt erst bemerkt er Otral, wiedereinmal mit einem Fremden im Schlepptau. Beide grüßt er mit einem "Erwachet." bevor er sich wieder, mit einem fragenden Gesichtsausdruck, der Lagerwache zuwendet.
Tempeldiener Psycroptic kehrt noch vor Anbruch der Morgendämmerung im Schutze der Dunkelheit zurück ins heimatliche Lager der Bruderschaft. Schon beim Hinabsteigen des Hanges kann er im fahlen Fackelschein den Missionaren mit einem potentiellen Anwärter erblicken, was ihm kurz ein Lächeln auf die Lippen zaubert. "Kein besserer Missionar ist mir je begegnet...", denkt er zufrieden und erreicht die beiden Männer auch kurz darauf, kann nun auch Zaon und Nico erkennen. "Erwachet Brüder! Erwache Fremder!" grüßt er sie. "Verzeih wenn ich kurz störe... ich habe Raith leider nicht antreffen können. Willst du die Karte wieder haben oder soll ich es die Tage nochmal versuchen?", wendet er sich an Otral und mischt sich kurz in das Gespräch ein.
Sträfling Aldric betrachtet mit sehr kritischem Blick die morschen Holzstege, die durch den Sumpf führen. Weit kann er in der Dunkelheit nicht sehen, doch fallen ihm in der Dunkelheit blauleuchtende Steine auf, die offenbar im ganzen Lager verteilt sind. Leise ist das Zirpen der Grillen zu vernehmen und vermischt sich mit den anderen seltsamen Geräuschen des Sumpfes. Aldric lächelt schief... "Nein, so habe ich es mir nicht vorgestellt... Aber es hat seinen Reiz..." <... wenn man ein schleimiges Wassertier ist...>, denkt er sich. "Ja, es wäre nett, wenn du mich etwas herumführen könntest...", sagt er hingegen laut.
Missionar Otral will sich grad in Bewegung setzen, als er viele bekannte Gesichter sieht: "Erwachet Nico, Zaon und Psy!", er wendet sich an Letzteren: "Nein, behalt das Ding erstmal, wenn du es in den nächsten Tagen nochmal versuchst, soll mir das reichen. Und nun entschuldigt mich Brüder." Otral nickt Aldric kurz zu und führt diesen dann über die Stege zum Tempelvorplatz: "Das ist der Tempel, das wichtigste Bauwerk unseres Glaubens. Ich habe dir ja schon von Y'Berion erzählt... Damals fand er nur dieses imposante Bauwerk vor. Die ganzen Hütten wurden erst später gebaut. Seitdem residieren die Gurus, die obersten Führer unseres Lagers in diesem Bauwerk.", erklärt Otral bereitwillig und genießt dann die Ruhe und Geborgenheit auf diesem Platz: "Nachts ist es nochmal doppelt so schön hier", denkt er sich.
Tempeldiener Psycroptic nickt dem Missionaren verstehend zu. "In Ordnung Bruder. Erwache!" Verdutzt blickt er dann zu Zaon, hinunter auf den ihm dargebotenen Zettel und zurück zu dem Templeranwärter. "Äh... was?", schaut er ihn irritiert an und mag nicht so recht verstehen, was ihm die Lagerwache da näher zu bringen versucht. "Was ist das?" nimmt er den Zettel entgegen und liest ihn. "Einst ein großer Tyrann hat hier geherrscht..." murmelt er und sieht wieder auf. "Was soll das heißen?" fragt er ungläubig.
Sträfling Aldric ist überwältigt von der unheimlichen Größe des Felsentempels. Er hatte gedacht die Burg im Alten Lager sei eindrucksvoll, doch dieser Tempel, mit seinem riesigen Vorplatz übertrifft sie bei weitem. Er steht mit offenem Mund da und lauscht auf das Zirpen der Grillen und das Knarren der Stege. Über dem Tempel wölbt sich die mächtige Kuppel der Barriere. Ein Schauer läuft ihm über den Rücken. Für einen Moment meint er die Macht des Schläfers zu spüren. Dann besinnt er sich und sieht wieder nur das prächtige Bauwerk, ohne mystischen Firlefanz.
Missionar Otral wartet noch einen Moment, ob Aldric noch etwas sagen will, aber da dies nicht der Fall schien, erhebt er die Stimme: "Beeindruckend oder?", fragt Otral leise, "Niemand darf den Tempel betreten, auch ich nicht. Wie gesagt: Es ist unser Heiligtum zu dem nur die ranghöhsten Mitglieder unser Gemeinschaft Zutritt haben." Noch einmal schaut Otral sich den Tempel und besonders das Podest an: "Wollen wir weiter?" , fragt er nach einiger Zeit.
Sträfling Aldric nickt... Der Tempel ist wirklich erfurchtgebietend... "Beeindruckend...", sagt er leise... Er sieht zu Otral. "Ja, zeig mir mehr!" Er ist nun wirklich gespannt, was dieses Schlammloch noch für Überraschungen zu bieten hat.
Missionar Otral nickt und geht dann den Pfad zu Fortunos Stand hoch, im Gehen zeigt er nach links und deutet auf das Meer: "Wir sind glaube ich das einzige Lager mit Meerblick.", meint er lachend und geht dann weiter zum Krauthändler, den er mit einem Nicken begrüßt: "Also, das hier ist Fortuno, unser Krauthändler. Ich weiß nicht, ob du schonmal von unserem legendären Sumpfkraut gehört hast? Naja als Anhänger erhälst du, wenn du der Gemeinschaft dienst, täglich drei Stängel Kraut.", erklärt Otral.
Sträfling Aldric zieht eine Augenbraue hoch... "Tatsächlich habe ich vorhin zu ersten Mal von 'Sumpfkraut' gehört, als du es im Alten Lager zum Verkauf angeboten hast. Was ist das?" Er begrüßt Fortuno mit einem knappen Nicken und dreht sich dann nach dem Meer um. "Kann man hier nicht einfach rausschwimmen?", fragt er plötzlich aufgeregt. Fast sieht er aus, als wolle er sogleich losstürmen.
Missionar Otral packt Aldric an der Schulter: "Halt! Bist du irre? Da wirst du genauso gegrillt... Die Barriere ist undurchlässig!", mahnt er seine Begleitung und hält den Mann zurück. "Unser Lager baut im tieferen Sumpf das Kraut an und dreht es dann zu Stängeln, diese Stängel kann man rauchen und sie sind ein beliebtes Tauschmittel in der gesamten Kolonie. Außerdem erleichtern sie den Zugang zum Schläfer, das Kraut öffnet die Sinne, vernebelt sie jedoch nicht.", erklärt Otral.
Sträfling Aldric ist enttäuscht, dass der vermeintliche Ausweg sich doch als Sackgasse erweist. Missmutig lauscht er den Ausführungen Otrals zum Sumpfkraut und beginnt nun zu verstehen, warum die Leute hier ihm so seltsam vorkommen... Er hatte außerhalb der Kolonie bereits von berauschendem Räucherwerk gehört... Er spricht seine Gedanken nicht laut aus und nickt stattdessen verständig. "Welche Orte sollte ich sonst noch kennen lernen?"
Missionar Otral geht weiter und kommt mit Aldric unweigerlich bei der Schmiede und bei der Novizenhalle vorbei: "Das dort ist unsere Schmiede, wir stellen hauptsächlich einfache Schwerter, Werkzeuge und Nägel her." Nach ein paar Schritten bleiben die Beiden vor der Novizenhalle stehen: "Also, das hier ist unsere Novizenhalle. Als Anhänger erhälst du hier, umsonst, warme Mahlzeiten, außerdem kannst du im Schlafsaal, dort hinten, nächtigen."
Sträfling Aldric nickt wieder. Das klingt nicht schlecht! Hier bekommt er wenigstens ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen. Noch immer erinnert ihn seine verspannte Schulter an seinen unbequemen Schlafplatz im alten Lager. Und als das Thema auf Essen kommt, beginnt auch sein Magen laut und vernehmlich zu knurren. Er sieht sehnsüchtig hinüber zur Novizenhalle...
Missionar Otral hört das laute Bauchgrummeln, offensichtlich kam es von Aldric: "Wir können ja erstmal was essen, eigentlich wollte ich dir noch Baal Orun und die Stampfer zeigen, aber das hat ja auch noch Zeit. Komm", winkt Otral den Sträfling in die Novizenhalle und deutet diesem an einem freien Tisch Platz zu nehmen. Kurze Zeit später kommt Otral mit zwei Schüsseln Eintopf wieder und setzt sich ebenfalls: "So, dann lass es dir schmecken." Auch Otral haut ordentlich rein, mit vollem Mund nuschelt er dann: "Achja..die Gurus darf man hier nie direkt ansprechen, du musst warten, bis sie dich ansprechen. Es zeigt zusätzlich den Respekt für die Führer unseres Lagers."
Sträfling Aldric lässt sich nicht zweimal bitten und folgt Otral in die Novizenhalle und setzt sich an einen freien Tisch. Als Otral ihm eine Schüssel mit Eintopf vorsetzt beginnt er sogleich das Essen herunterzuschlingen. Er hat seit zwei Tagen nichts mehr zu Essen bekommen und ist sich sicher, noch nie in seinem Leben etwas so köstliches gegessen zu haben wie diesen heißen Eintopf. Zumindest ist es sein erstes warmes Mahl seit er in die Kolonie geworfen wurde... und eigentlich... eigentlich hat er auch zuhause schon lange keine Mahlzeit mehr auftreiben können, die diese Bezeichnung auch verdient hätte. Nun ist er jedenfalls sehr dankbar für den Eintopf und lehnt sich mit einem wohligen Seufzer zurück, als er die Schüssel ausgelöffelt hat. Durch den wohligen Dunst der Müdigkeit nimmt er Otrals Hinweis zur Kenntnis. "Ihr seid wirklich seltsam...", bringt er nocheinmal hervor, doch merkt man, dass das nicht mehr unbedingt negativ gemeint ist. Er lehnt sich wieder vor und stützt sich auf den Tisch. "Was sind das für Stampfer, von denen du vorhin sprachst?"
Missionar Otral lächelt wieder, als auch er seinen Eintopf geschafft hat: "Also, um das Sumpfkraut zu produzieren braucht es einige Arbeitsschritte. Zuerst muss das Kraut im Sumpf gesammelt werden, danach wird es zu Baal Orun gebracht, er hat die Aufsicht über die Stampfer. Dort wird das Kraut dann zu einem Brei verarbeitet, zum Schluss wird der Brei zu den Alchemisten gebracht, die drehen dann da raus die Stängel. Im Normalfall arbeiten die Novizen und Anhänger für die Gemeinschaft, indem sie bei diesem Prozess helfen..", erklärt Otral und schaut Aldric gespannt an.
Sträfling Aldric kann sich irgendwie nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass das ganze Lager an der Rauschkrautproduktion beteiligt ist. "Ich habe schon von solchem Kraut gehört, draußen, außerhalb der Kolonie. Und es hieß, das Kraut verneble den Geist, und wenn man es rauche werde man sehr krank und könne nicht mehr damit aufhören." Er blickt Otral forschend an. "Meine Eltern haben mich immer davor gewarnt..."
Tempeldiener Psycroptic lässt sich noch einen Apfel reichen und sucht sich mit seinem Mahl einen freien Platz, unweit der beiden Unterhaltenden. Während er von Brot und Käse abwechselnd ein Stück abbeisst und kräftig kaut, lauscht er nebenbei dem Gespräch der Beiden, blickt dabei aber verträumt auf eine Wand ihm gegenüber.
Missionar Otral schüttelt den Kopf: "Wie gesagt: Das Kraut ist absolut ungefährlich und es erweitetert die Sinne, anstatt sie zu vernebeln. Durch diese Sinneserweiterung ist es auch leichter zum Schläfer Kontakt aufzunehmen, ich hörte schon von einigen Novizen, die beim Stampfen eine Vision hatten. Gerade weil dort bereits das Kraut seine Wirkung entfaltet, außerdem hilft es bei der Meditation." Otral runzelt kurz die Stirn: "Von der Meditation wird er ja wohl schonmal gehört haben...", hofft er im stillen.
Sträfling Aldric gähnt und streckt sich... "Wie dem auch sei... ich bin ziehmlich müde. Wir haben schließlich die ganze Nacht durchwacht." Er sieht sich um... "Kann ich hier irgendwo schlafen? Dann sehe ich mir das Lager später weiter an."
Missionar Otral nickt: "Klar, dort hinten rechts ist ein mittelgroßer Raum mit ein paar Strohbetten und Hängematten. Achja, überflüssig zu sagen, dass du deine Finger bei dir behalten sollst?", fragt er, denn schließlich wusste er nicht, warum Aldric hier in der Kolonie war.
Sträfling Aldric nickt. Nach diesem Mahl hatte er keinen Anlass irgendetwas zu klauen. "Ich danke dir, dass du mich hierher gebracht und herum geführt hast. Das ist mehr, als seit langem irgendjemand für mich getan hat. Ich hoffe wir sehen uns wieder, wenn ich ausgeschlafen habe..." Er lächelt glücklich. Die Leute hier mochten einen kleinen Knacks haben, aber damit ließ es sich leben... Nirgendwo anders in der Kolonie war man auch nur ansatzweise so freundlich und freigiebig gewesen wie hier.
Missionar Otral verabschiedet den Mann mit einem Lächeln: "Hat mich ebenso gefreut, schlaf gut Aldric." Dann genehmigt er sich einen tiefen Schluck aus seinem Wasserschlauch.
Tempeldiener Psycroptic nimmt den letzten Bissen seiner Speise und kaut gelangweilt herunter, als er bemerkt, dass sich der Sträfling nun zurück zieht. Er blickt ihm kurz nach und erhebt sich dann, um ein paar Schritte zu gehen und sich gegenüber von Otral nieder zu lassen. "Ein neuer Anwärter?" blickt er Aldric nochmal kurz hinterher und dann zu Otral. "Ich muss mal mit dir reden Bruder." meint er und kramt den von Zaon erhaltenen Zettel hervor, ihn auf den Tisch zu legen und zu Otral hinüber zu schieben. "Lies!" sagt er nur.
Sträfling Aldric erhebt sich und nickt nocheinmal Otral zu. "Bis dann.", sagt er und wendet sich in die von dem Novizen beschriebene Richtung. Er betritt den Schlafsaal und sucht sich eine Strohmatte, auf der er es sich - relativ - bequem macht. Es dauert nicht lange und der schmächtige Sträfling ist in einen tiefen Schlaf gefallen.
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